Rundum an alles gedacht

Im Industriepark Nord.Westfalen kann man sieben Tage die Woche rund um die Uhr mitten in der Natur Krach machen. Trotzdem finden hier auch Leisetreter ihr Glück

08.10.2012

Was Unternehmen überzeugt, ist das schlüssige Gesamtkonzept

Wer heute Gewerbeflächen vermarkten will, muss sich schon etwas einfallen lassen. Und genau das haben Stadtbaurat Thomas Backes und seine Mitarbeiter von der Stadtentwicklungsgesellschaft Coesfeld getan. Mit einer aufwendigen Werbekampagne zeigen sie, was sie da geschaffen haben: Denn mit dem Industriepark Nord.Westfalen ist im Westen der Kreisstadt etwas entstanden, das sich nicht so einfach mit dem Begriff „Industriegebiet“ umschreiben lässt.

Zunächst ist es die größte echte GI-Fläche mit Dreischichtbetrieb im westlichen Münsterland: Auf insgesamt 55 Hektar darf hier also an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr gelärmt werden. Denn das nächste privat genutzte Grundstück ist weit außer Hörweite. „Aktuell sind noch 22 Hektar fertig erschlossene Nettobaufläche zu haben“, meldet Wirtschaftsförderer Helmut Sunderhaus.

Naturschutz im GI-Park

Es klingt paradox, ist aber Realität: Im Industriepark Nord.Westfalen wird Naturschutz großgeschrieben. Auf rund zehn Hektar mitten im GI-Gebiet haben Landschaftsplaner eine experimentelle Ausgleichsfläche zugunsten von Natur und Artenschutz geschaffen, die seltenen Tieren wie Kröten, Fledermäusen und zahlreichen Vogelarten einen Lebensraum bietet.

Das klingt kompliziert? Ist es aber nicht – vor allem nicht für die Unternehmen vor Ort. „Wir liefern die CSR -Kampagne sozusagen frei Haus mit der Ansiedlung“, berichtet Sunderhaus. Gepflegt wird das Gelände vom gemeinnützigen Verein „Interkulturelle  Begegnungsprojekte“ unter fachlicher Begleitung des Naturschutzzentrums Coesfeld und unterstützt von einer Herde Bentheimer Landschafe.

Fast könnte man den Industriepark Nord.Westfalen als Ausflugsziel empfehlen. Denn über die Bundesautobahnen A 43 und A 31 erreicht man den Standort Flamschen aus allen Himmelrichtungen schnell, ohne weitere Ortsdurchquerung und meist staufrei.

Energetische Lösungen

Ungewöhnlich ist auch, dass ein Industriepark gleich das Energiekonzept mitliefert. In Coesfeld versorgt die BeCoe GmbH & Co. KG per Biogasanlage ansässige Unternehmen optional mit kostengünstiger Fernwärme. Zudem bietet die Wirtschaftsförderung eine kostenlose Beratung durch die E·S·T Gesellschaft für Energiesystemtechnik mbH, verspricht Annette Görlich, Mitarbeiterin der Stadtentwicklungsgesellschaft: „Wir schenken Interessenten einen Tag  professionelle Energieeffizienzberatung.“

Zu schätzen wissen diesen außergewöhnlichen Standort bisher vor allem echte Krachmacher: Der erste war August Krampe, der bereits seit 2009 seine landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge hier herstellt. Es folgten der Metall- und Hallenbauer Friedrich und weitere produzierende Betriebe. Aber auch das IT-Systemhaus Netgo aus Borken fühlt sich mit seinem Coesfelder Standort in der Parklandschaft des Industriepark Nord.Westfalen rundum wohl.

Quelle: Wirtschaftsblatt 5/12

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